"Cabaret des Grauens" spielt Mario Eicks Bühnenstück "Casanova"


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Pressebericht

 

Glänzend aufgemischte Burleske um einen infamen Herzensbrecher
Burghausen

Das "Cabaret des Grauens" präsentierte mit dem Bühnenstück "Casanova" von Mario Eick und unter dessen Regie eine turbulente und glänzend aufgemischte Burleske.Giacomo Casanova sucht 1754 Zuflucht jenseits der Alpen in einer damals bairischen Grenzstadt. Mit Hilfe und den Ersparnissen des ihm ergebenen Mädchens Rosemarie fasst er Fuß in der Stadt. Mit Charme und Raffinesse ergattert er den Posten des Rentamtmeisters und die Liebe der Gattin. Doch auch diese Existenz scheitert.
Annett Segerer spielte den Casanova hinreißend als einen smarten, eleganten, jungen Taugenichts, der Gattin und das schüchterne Mädchen Rosemarie aus ihrem gesicherten Leben reißt und unbedenklich verführt. Eine Glanzrolle hatte Christopher Luber als derber, lustvoll seine Lüste auslebender barocker Machtmensch. Als ihn, den ehemaligen Rentamtsmeister, auch noch seine Frau verlässt, schrumpft sein Selbstbewusstsein zu einem jämmerlichen Nichts.
Wie es in der Barockzeit oft üblich war, wurden auch die Frauenrollen von Männern besetzt. Erich Maier spielte subtil und anrührend Rosemarie als schüchternes und hingebungsvolles Mädchen. Wie auf Zehenspitzen schwebte als "törichte Jungfrau" durch die derbe und von Lüsternheit erfüllte Mannsbild-Szenerie. Nick Mayr war eine lustvoll agierende Gattin. Die Tochter hatte eine kurze Szene als kicherndes, modernes Girlie. Das Bühnenbild, Kostüme und Perücken waren exquisit und aufwendig im barocken Stil gestaltet.
Als Vorspiel gab es ein Essay über die Liebe für einen Besucher aus dem Publikum. Vorsicht erste Reihe vierter Platz von links! Wer da sitzt, hat nichts oder sehr viel zu lachen. Mario Eick inszenierte nicht nur gewitzt. Es gelang ihm auch auf kluge Weise, in der letzten Szene die clowneske Burleske in eine menschliche Tragikomödie zu verwandeln. Als das von Casanova lieblos verführte Mädchen Rosemarie ihn mit großer Würde verlässt, wird diesem in wenigen Augenblicken das Brüchige und Infame seiner Existenz bewusst. Großartig von Annett Segerer nachempfunden.
Eva Friedrich-Thoma im Burghauser Anzeiger am 03.05.2005

 

Bilderimpressionen

 

 

 

 

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