Dantons Tod

 

Datum:

 

 Aufführungen sind am

Termin  14.,21.,30.,31. Oktober 2004,

Termin  11. u. 25. November 2004 sowie

Termin   9. u. 16. Dezember 2004

 

um 20 Uhr in der Alten Musikschule

 


 

 

 

 

Regie/Bühne.......Mario Eick
Dramaturgie.......Alexandra Kournioti
Produktionsleitung/Technik.......Robert Bohlen
Kostüm.......Heidi Winter
Disposition.......Boris Schumm
Öffentlichkeitsarbeit.......Oliver Vilzmann
Danton.......Boris Schumm
Camille.......Christian Baumgartner
Herault.......Oliver Vilzman 
La Croix.......Erich Maier
Robespierre.......Nicolas Hohmann 
St. Just.......Andreas Scherer
Jean.......Nick Mayr 
Paul.......Karin Haslböck
Belmondo.......Wolfgang Dorfner
Marion.......Nadine Konietzny
Lucile.......Anett Segerer
Julie.......Monika Stummer
Simon.......Andreas Marwitz
Legendre.......Bernhard Höffellner

 

Dantons Tod
 

 

 

Im März dieses Jahres gründete sich in Burghausen abseits der großen Eventkultur das kleinste Repertoiretheater Bayerns. Das Theater selbst nennt sich “Cabaret des Grauens”, eine irreführende Deklaration für ein Haus, das Sprechtheater jenseits der großen Paläste anbietet: ein Heim für Spinner und Sitzen gelassene, ein Haus der Träume und unerfüllten Sehnsüchte, oder einfach nur ein derbes Hinterhoftheater (Biertrinken und Rauchen während der Vorstellung erwünscht!).

14 Schauspieler, die ihre Haut für einen Bruchteil der Abendeinnamen zu Markte tragen. Das Interieur ist selbst zusammengeschustert und es ist eigentlich technisch nicht möglich, an diesem Ort überhaupt Theater zu spielen. Aber eben nur in der wirklichen Welt. Im “Cabaret des Grauens” funktionieren die Gesetze der Schwerkraft anders.

Nun die neue Spielzeit: „Im Schlachtfeld der zwischenmenschlichen Beziehungen“. Alle Produktionen, insgesamt werden es wohl fünf, beschäftigen sich mit dem überfälligen Thema Revolution. Eröffnet wird mit einer Sonnenfinsternis, am 8. Oktober. Der Titel des Stückes: „Dantons Tod“, größtenteils von Büchner beschreibt den Zerfall einer großen Freundschaft und den Untergang einer größeren Idee. 14 Schauspieler terrorisieren den Staat, träumen von Freiheit und Gerechtigkeit und bringen sich gegenseitig um. Der geplante Abend ist eine Aufforderung zum Ungehorsam, eine Geisterbahnfahrt durch die Hölle der Revolution. Traurige Gespenster, Invaliden und Degenerierte geben sich Ehre, während Danton mit seinen Freunden im ersten Big Brother Container der Weltgeschichte seinen eigenen Untergang feiert.

 

 

 

PRESSESTIMMEN

 

 

Das menschliche Scheitern der Revolution
Premiere von "Dantons Tod" in Musikschule
Burghausen. Das Cabaret des Grauens zeigt in Büchners "Dantons Tod" mehr als nur die Geschichte vom Scheitern der bürgerlichen Revolution. Die Inszenierung von Mario Eick ist eine Geschichte von menschlicher Enttäuschung und dem Untergang der großen Revolutionsidee. Unter tosendem Applaus endete die Premiere des Theaterstücks am Freitag in der Alten Musikschule.
Regisseur Mario Eick nimmt menschliche Verhaltensweisen unter die Lupe, entblößt das Handeln der Figuren vor den Augen der Zuschauer, lässt die Charaktere über ihre eigenen Fehler stolpern und bis aufs Bitterste auflaufen. Gerade dadurch demonstriert er den immer lächerlicher und brutaler werdenden Widerspruch zwischen den Ideen der Französischen Revolution von 1789 und der sozialen Wirklichkeit fünf Jahre danach. Schnell wird dem Zuschauer klar, in welchem Spannungsfeld zwischen Lust und Schrecken sich die Geschehnisse bewegen und wie doch letztlich die materiellen Bedürfnisse die eigentlichen Triebkräfte der Revolution sind.
Der Beginn des Dramas fällt ins Jahr 1994. Danton und seine Anhänger werden wegen angeblicher Verhandlungen mit dem Kriegsgegner gefangen genommen. Eick lässt den Protagonisten und seine Mitgefangenen das ganze Stück über nicht von der Bühne gehen. Wie in einem Big Brother Container, der unter ständiger Videoüberwachung steht, verfolgt der Zuschauer alles Gesprochene, erfährt über Gefühle und Ansichten der Inhaftierten.
Da ist Lacroix, ein etwas schnoddriger Intellektueller, Camille der Verängstigte, der, wenn ihn nächtens das Grauen ergreift, nach seiner Frau fleht, und Herault, der Schöne. In seiner unbekümmerter Wesensart erinnert Herault auch äußerlich an den Typen aus der Gauloise-Zigarettenwerbung. Und schließlich ist da noch Danton, gespielt von Boris Schumm. Im Jahre 1794 ist Danton Vollalkoholiker, gequält von Selbstzerfleischung, Resignation. Und bleibt trotzdem der große Mentor für seine Anhänger. Ein Potpourri aus überzeugend gespielten Charakteren, zwar alle in stereotyper Überzeichnung, und doch menschelt es hier am meisten. Sexualität, Angst, Hass, Verzweiflung, das alles gesteigert in der Erwartung der Verurteilten auf den baldigen Tod.
Wie eine zweite Folie schiebt sich das Spielgeschehen davor. Robespierre übernimmt die Führung der Revolution. Der ?Unbestechliche? bedient sich guten Gewissens des Terrors als politisches Mittel. Diktatorisch und martialisch tritt ein souveräner Andreas Scherer als Robespierre in den Raum. Doch Eick verkneift sich nicht, dessen eitles, selbstverliebtes Gebahren zu ironisieren. Wenn sich Robespierre in Rage redet und nicht müde wird, ständig seine Parolen zu wiederholen, wird er schonungslos karikiert.
Da wandert der Blick auf das Volk: Kindisch, wankelmütig und immer nach einer Führerfigur suchend, ist es letztlich das Volk, das einem Angst macht. Auch hier große Überzeugungskraft der Darsteller. Allen voran der Bürger Legendre, gespielt von Bernhard Höffellner, dem der Wahnsinn aus allen Poren kriecht, wenn er am Ende als sündiger Tod die Bühne betritt. Die nächsten Aufführungen sind am 14.,21.,30.,31. Oktober, 11. u. 25. November sowie 9. u. 16. Dezember um 20 Uhr in der Alten Musikschule.
Isabel Mühlbauer im Burghauser Anzeiger am 13.10.2004

 

BILDERGALLERIEN

 

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