Mahagonny

Szenische Lesung in Zusammenarbeit mit Cabaret des Grauens: Erich Mayer, Oliver Vilzmann, Mario Eick und Theaterhof Priessenthal: Monika Kroymann.

   

Uraufführung am 29.07. 2006

 

Text: Mario Eick frei nach Bertolt Brecht
Regie: Mario Eick

mahagony
  Es spielen: Monika Kroymann, OliverVilzmann, Erich Maier und Mario Eick

 

 

 

 

Ein Event jagt das Nächste, wir kommen nicht zur Ruhe, Gott spricht zu uns aus dem Kabelkanal und die einzige feste Größe im Leben ist Geld. Paul Ackermann ist eine Art Jedermann. Er könnte aus Burghausen stammen, in dessen Vorstadtwäldern die silbernen Türme jenen Rauch ausstoßen, der für Pauls Arbeit und Wohlstadt sorgt. Mit seinem Freund Heinrich besteigt er den Gipfel der Bergstadt Mahagonny wo er sein ganzes Vermögen in Sucht und Vergnügen jeglicher Art umsetzt. Das Paul Ackermann daran zu Grunde gehen muss, liegt auf der Hand. Wie er es tut, ist am Freitag im Cabaret des Grauens anzuschauen.

Mahagonny
Szenische Lesung in Zusammenarbeit mit Cabaret des Grauens: Erich Mayer, Oliver Vilzmann, Mario Eick und Theaterhof Priessenthal: Monika Kroymann.
(Erstaufführung/Premiere: 28.7.2006)

Brechts "Aufstieg und Fall der Stadt Mahagonny" wurde 1930 unter großer Ablehnung von Presse und Publikum in Leipzig uraufgeführt. "Mahagonny" konnte als ein Abgesang auf die Weimarer Republik nicht akzeptiert werden, und dementsprechend entlarvte man die Oper als eine schwarze Messe des Kapitalismus. Heute wird sie als Höhepunkt der Zusammenarbeit zwischen dem Dramatiker Brecht und den Komponisten Weill angesehen. Am 28.7. steht auf der Sommerbühne der Burghauser Altstadt eine neue und eigenständige Fassung zur Disposition. Das Opernlibretto wurde von Mario Eick zu einem Versstück für Schauspieler umgearbeitet. Die Grundthese Brechts in Mahagonny: "Allen sei fortan Alles erlaubt. Es gibt nur ein Gesetz. Man muss bezahlen können!" steht auch in der "Burghauser" Bergstadt Mahagonny über den Eingangstoren. Der Spielort ist von der Wüste auf den Gipfel verlegt, der zum Zeichen der höchsten Ausdehnung unseres Zeitalters wird. Diesen höchsten Punkt hat Paul Ackermann erreicht, der sein Geld in den Tälern machte, für den der Boulevard erfunden wurde, dementsprechend ein Jedermann, dem, wie seinem Salzburger Bruder die höheren Mächte zusetzen, der am Ende gehen muss, doch nicht geläutert in den Himmel, sondern nach einem augenscheinlich sinnlosem Ende wird Paul Ackermann dem Verfall preisgegeben. Der Neubau von Mahagonny kennt weder Gott noch Hölle, selbst die so genannten schwarzen Schafe aus Wirtschaft und Politik werden zu Sympathieträgern, so sie ihre menschlichen Regungen gekonnt oder weniger gekonnt zur Schau stellen.

Während nun ein Event das Nächste jagt und die Zuschauerverarbeitende Industrie an die Grenzen ihrer Auslastung kommt, steht auch Burghausen in diesem Sommer unter dem schweren Beschuss der Großveranstaltungsbatterien. Das Projekt "Kleine Burghauser Sommerbühne", Auswärtige fragen nach dem Cabaret des Grauens im Herzen der Altstadt, möchte sich als ein letztes Widerstandsnest verstanden wissen. Auf der mit Kulissen einer abgespielten Casanovaproduktion errichteten Opernbühne entrollen die SchauspielerInnen Monika Kroymann (vom Theaterhof Priessenthal), Erich Mayer, Oliver Vilzmann und Mario Eick (Cabaret des Grauens) am 28. Juli ihre Transparente, stellen unter einem Gummibaum den Bartisch auf, hissen ihren Wimpel und erklären das Cabaret des Grauens zum Herzen von Mahagonny.

 

 

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